Kritik zu "Mike Supancic und das Geheimnis von Imst"

Profil, 20.01.2003
Täuschend echt

Kritik: Das Kabarettprogramm "Das Geheimnis von Imst" von Mike Supancic

Ein Kabarettist fährt Bahn. Auf seiner Tournee durch ein politisch angeschwärztes Österreich gerät Mike Supancic in die Gründungsversammlung eines Kärntner Ku-Klux-Clans und den bedrohlich humorlosen Villacher Fasching, begegnet in einer Provinz-Disco dem Wahnsinn, aber auch einigen reichlich erlässlichen Prominenten im Liegewagen und der ÖVP beim Open-Air-Parteitag am Berg Isel, wo für die Schlachtenbummler "tausende mobile Beichtstühle" bereitstehen. Und Schüssel bläst das Didgeridoo. Dass jemand den Klang eines Instruments täuschend echt nachmacht, ist noch nicht so überwältigend. Wenn er aber seinem Körper Töne entlockt, die so klingen, als würde ein Didgeridoo Parteiparolen von sich geben, ist Niederknien angesagt.

Mike Supancic verfügt über die kabarettistische Finesse, Stimmen, Dialekte und Geräusche mit Fantasie und Scharfsinn zu einem flotten Dreier zu verschmelzen. "Das Geheimnis von Imst" ist sein bislang dichtestes (und am deutlichsten politisches) Potpourri aus musikalischen und sprachlichen Kurzsatiren. Abgesehen von einigen wenigen Ausrutschern ins Triviale, ist es auch sein lustigstes - was ja nicht ganz unwesentlich ist im Kabarett. Ohne spürbar auf Pointen abzuzielen, trifft er sie zu dutzenden. Gelegentlich so unvermutet, dass er sogar selbst kopfschüttelnd über sie lachen muss.

Peter Blau

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"Ohne spürbar auf Pointen abzuzielen, trifft Mike Supancic sie zu dutzenden."
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