Kritik zu "Ich bin nicht allein"

diekleinkunst.com, 31.12.2013
Roy Blacks „Du bist nicht alleine“ wandelt Mike Supancic zu Beginn seines Programms in „Ich bin nicht alleine“ ab – und deutet schon den schizophrenen
Wahnsinn an, der noch auf das Publikum zukommen wird. Gemeinsam mit seinem 90jährigen Onkel, dem er zum Geburtstag eine Gesundenuntersuchung schenkt, reist Mike Supancic nach Tirol in ein Sanatorium. Die Geschichten, die er dabei erlebt, erzählt der steirische Kabarettist – wie es seit vielen Programmen seine Art ist - in Liedern. Er parodiert, was das Zeug hält. Wenn er zur Gitarre greift und singt, bleibt kein Auge trocken. Im Sanatorium angekommen, trifft Supancic sogleich auf seltsame, wunderliche, verrückte Typen, von denen einer zum Beispiel glaubt, er sei Stan Laurel & Oliver Hardy in einer Person.

Es geht bei „Ich bin nicht alleine“ aber nicht nur ums Unterhalten. Wenn man sich den Texten widmet und genauer zuhört, bemerkt man auch die Ernsthaftigkeit und das Kritische dahinter, etwa beim Schienendiebstahl und dem Verkauf und Verwerten der gestohlenen Schrauben, die in Knieprothesen landen, oder wenn Mike Supancic vom Running Schischuh erzählt, bei dem in
Minischischuhen österreichische Spezialitäten serviert werden, bekommt auch der Tourismuswahnsinn sein Fett ab.

Der Salzburger Stier-Preisträger 2013 zeigt sich auch politisch kritisch und dabei treffsicher. Der erste Songcontest Europas wird abgehalten, Strache, Wilders, Berlusconi, Orbán sind zu Gast, und wenn Berlusconi aus „Zwei kleine Italiener“ „Zehn kleine Negerlein auf dem Weg nach Napoli …“ macht und er es mit „Humore“ nimmt, wenn sie mit dem Schiff untergehen - da bleibt das Lachen im Halse stecken.

Bei Mike Supancic’ Liedern ist alles dabei an Irrwitz, schräger Komik und gewitzt-genialen Texten. Ein Highlight unter vielen ist dabei sicherlich die Hans Moser-Parodie. Wenn man die Augen schließt, steht der wieder auferstandene Moser himself auf der Bühne. Mit überraschenden Vorlieben! Herrlich!

Auch in seinem 15. Programm setzt Mike Supancic auf sein bewährtes und erfolgreiches Konzept, großartige parodistische Einlagen und Coverversions mit pointierten, absurden und humorvollen Texten zu verbinden. Mike Supancic - Ein Mann und seine Gitarre und ein Aufenthalt im verrückten Absurdistan. Wahnsinn!

Margot Fink

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