Kritik zu "Auslese (Best of)"

Kurier, 03.11.2006
Mike Supancic und seine Stromgitarre, das spürt man, würden ein Bierzelt genauso rocken wie das Niedermair. Mitschunkeln und mitsingen sind vom Künstler ausdrücklich erwünscht. Zwischenrufe aus dem Zuschauerraum gibt´s sowieso.

Kabarett? Bunter Abend? Parodiensammlung? Wer will schon sagen, wo „Klein-„ aufhört und „-kunst“ anfängt. Supancic jedenfalls hat mit seiner „Auslese“ ein Best-of seiner bisherigen Programme zusammengestellt. Da dürfen Klassiker iwe O´Learys „Irish-Song“ und der „Steirische Western“ nicht fehlen.

Der großartige Stimmenimitator macht aus Elvis´“Are You Lonesome Tonight“ die Inhaltsangabe eines Heurigenbuffets, aus Peter Alexander und Deam Martin Donaulandvertreter und fährt mit Grönemeyer, Assinger und DJ Ötzi im ÖBB-Schlafwagen.

Neben Schönem zum Schenkelklopfen gelingt Supancic bestechend Boshaftes. Etwa, wenn man den Kärntner Ku-Klux-Klan (mit Billa-Sackerl überm Kopf) beim Gailtaler Bücherabfotzen und Heiterem Ortstafelanpischen beobachten darf. Oder die Oberlaaer Alltagsfaschisten vom Ersten Wiener Volksmusik- und Pumpun-Verein am Würstlstand trifft.

„Am Keplerplatz zerreißt ein erfolgloser Kabarettist, ein blader, vor Zorn ein Plakat vom Hader“, singt Supancic. Die Zeiten sind lang vorbei. Ein Tipp: Erklatschen Sie sich die Zugabe. Sie versäumen sonst, wie Wolfgang Schüssel mit Didgeridoo in der Fußgängerzone um Wählerstimmen wirbt.

Michaela Mottinger

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"Ein parodistisches Ausnahmetalent. Biegen vor Lachen und tosender Applaus!"
(Wiener Zeitung)
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