Kritik zu "Mike Supancic und das Geheimnis von Imst"

Kurier, 10.09.2003
Nein, nein, nein? Ja!

Mike Supancic: "Geheimnis von Imst"

Das Gute am "Geheimnis von Imst" ist, dass das Geheimnis von Imst gar nicht vorkommt. "Damit Sie es wissen: Lassen Sie sich nie durch einen reißerischen Titel in ein Programm locken", belehrt uns Supancic am Ende. Recht hat er. In seines würden wir dennoch immer, immer wieder gehen.

Mit den Worten "Nein, nein, nein" fängt es an, denn Supancic will nicht auf die Bühne. Schließlich ist es kein Honiglecken mehr, Kabarettist zu sein. Man lebt, man stirbt, dazwischen wird man als Prominenter erkannt. Natürlich gibt es noch Schlimmeres: Kabarettist sein und als Benefizgeschenk auf Intensivstationen spielen. Da bleibt einem nur das Absingen sorgloser Songs wie "Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine, und dass du hier mit Krebs liegst, das liegt an der Parisienne." Für sein neues Solo tingelt der Kabarettist ganz trist im Zug durch Österreich; er teilt mit DJ Ötzi einen Schlafwagen; trifft den Kärntner Ku-Klux-Klan; landet beim ÖVP-Open-Air mit mobilen Beichtstühlen.

Supancic, dieses Parodien-Wunder, hat Tausende Schlager und Stimmen im Kopf und lässt sie auch raus. Prügelnde Männer, Inzest-Familien, Ausländerfeindlichkeit, einfach so dahingeträllert. Und auch wenn Supancic' Zugsfahrt manchmal ins Banale entgleist - und er den Villacher Fasching parodiert -, ist der Rest hinreissend lustig.

Veronika Franz

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